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In den letzten Tagen habe ich mich ein wenig mit Virtualbox Alternativen beschäftigt. Virtualbox ist ein gutes Stück Software, keine Frage, und für den Anwender kostenlos zu nutzen, aber es gibt auch ebenbürtige Virtualisierer.

Nun schwirrt mir in letzter Zeit immer das Wort KVM im Kopf herum. Das war für mich Grund genug, um mal zu schauen, was KVM eigentlich ist und kann. KVM bedeutet Kernel-based Virtual Machine, wird vom Linux Kernel zur Virtualisierung bereitgestellt und läuft auf X86 Prozessoren mit den entsprechenden Hardwarevirtualisierungstechniken von Intel (VT) oder AMD (AMD-V) bzw. auf der System-z Architektur.

Wie man KVM installiert, kann man auf folgenden Seiten sehr schön nachlesen. Da möchte ich jetzt das Rad nicht neu erfinden und noch einen Beitrag verfassen:

Da ich meinen virtuellen PC mit Virtualbox erstellt habe, diesen jedoch unter KVM nutzen möchte, habe ich nach Möglichkeiten gesucht, wie eine solche “Migration” aussehen könnte. Einfach so nutzen lässt sich die Virtualbox Festplatte unter KVM nicht. Dazu muss man diese erst einmal entsprechend konvertieren. Und zwar erst mal von dem Virtualbox Format (vdi) in das RAW-Format und dann vom RAW-Format in das KVM (qcow2) Format. Getestet habe ich das Ganze mit einem virtuellen Windows 7 PC.

Das sieht wie folgt aus:

  1. Sollten unter Virtualbox für den entsprechend zu konvertierenden Rechner Snapshots vorhanden sein, so muss dieser PC erst mal geklont werden (Rechte Maustaste auf den PC, Klonen, und dann irgendwann “Aktuellen Status” auswählen). Ist der Klonvorgang beendet, geht’s bei Punkt 2 weiter. Es sollte also kein Snapshot vorhanden sein!
  2. Dann muss das Virtualbox Image nach RAW konvertiert werden:
    • VBoxManage clonehd --format RAW Virtueller_PC.vdi Virtueller_PC.raw
  3. Danach wird das RAW Image in das KVM Format übertragen:
    • qemu-img convert -f raw Virtueller_PC.raw -O qcow2 Virtueller_PC.qcow2

Damit ist die Grundlage geschaffen, die Festplatte auch unter KVM zu nutzen.

In KVM (virt-manager) muss dann ein neuer PC auf Basis eines vorhandenen Festplattenimages erstellt werden:

kvm_neue_vm

Dann in den folgenden Dialogen das konvertierte Festplatten-Abbild auswählen, und bevor ihr das Image jetzt installiert, klickt ihr noch die Checkbox “Konfiguration bearbeiten vor der Installation” an:

kvm_neue_vm_01

Dann habt ihr im folgenden Dialog noch die Möglichkeit, den PC euren Bedürfnissen anzupassen, bevor ihr ihn letztendlich “installiert”:

kvm_neue_vm_02

Danach steht euch der virtuelle PC zur Verfügung und kann ganz einfach gestartet werden, sofern er das nicht schon automatisch macht.

Innerhalb des virtuellen PCs (Gastsystem) könnt ihr dann noch Gasterweiterungen, wie man es von Virtualbox auch kennt, installieren. Hier gibt es ein Projekt names “Spice“. Die Spice Guest Tools kann man sich auf der Projektseite auch für Windows herunterladen und dort installieren. Bei Linuxbetriebssystemen ist dies meist in den Paketquellen enthalten, sodass man diese nicht als “Fremdpaket” im System installieren muss. Ich hoffe, ich konnte einigen von euch weiterhelfen.

Viel Spaß mit eurem virtuellen System 😉